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«So geschwitzt habe ich selten»
An einem Samstag schiesst oder sticht er im Durchschnitt zehn Löcher in menschliches Fleisch -
David liegt auf dem Schragen im Kellergeschoss seines Studios. Er schaut in den Bildschirm schräg gegenüber an der Wand. Da läuft nicht etwa das Fernsehprogramm des Tages -
«Zwei Bauchnabelpiercings», ruft die Verkäuferin die Treppe hinunter -
«Tut es weh», fragen die beiden Kundinnen wie aus einem Munde. «Die Standardfrage», lacht David. In seiner sechsjährigen Tätigkeit als Piercer habe er noch selten jemanden erlebt, der sie nicht stellte. «Der Schmerz dauert nur eine Sekunde, kein Grund zur Sorge», lautet seine Standardantwort. «Die Kundschaft sollte sich aber bewusst sein, dass ein solches Schmuckstück in den ersten Tagen sorgfältig gepflegt werden muss». Die Gefahren von Infektionen seien hoch, wenn man nicht konsequent pflege. Und obwohl man das Stechen meist nur kurz oder gar nicht spüre, können Stunden später Schmerzen auftreten.
Ja klar könne er sich noch an das erste Piercing erinnern, welches er gestochen habe, sagt David. «Das werde ich nie vergessen.» Er sei damals viel nervöser gewesen als seine Kundin. «Das erste Piercing und gleich im Bauchnabel. So geschwitzt habe ich noch selten», lacht der 26-
Der glitzernde Blickfang am Bauch liegt im Trend. «Vor allem im Sommer, da man das Piercing in der warmen Jahreszeit zur Schau stellen kann», sagt David. Im Winter pierce er in erster Linie Augenbrauen und Zungen. «Ohrringe hingegen sind zu jeder Jahreszeit ‹out›.» Die meisten Kunden seien Frauen, erzählt er weiter. Das Durchschnittsalter liege zwischen 16 bis 74 Jahren. «Manche Leute wollen sich nach ihrer Pensionierung noch piercen lassen.»
Die beiden Mädchen verlassen den Laden -
Miriam Lenz (bielertagblatt)
"Er macht Piercings nur an anderen Leuten und nicht an sich selber: David Jeanmonod führt den «Body Piercing Shop» in der Bieler Innenstadt"
